Energiewende-Index 2014: Klimaziele in Deutschland verfehlt

Seit 2012 betrachtet der Energiewende-Index alle sechs Monate den Status der Energiewende in Deutschland. Dabei werden drei Dimensionen des energiewirtschaftlichen Dreiecks betrachtet: Klima- und Umweltschutz, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit. Aus diesen Dimensionen werden relevante Indikatoren analysiert und bewertet, inwieweit sie ihre für 2020 vorgesehenen Ziele im geplanten Zeitverlauf der Energiewende erreicht haben.

An der Zielgeraden vorbei
Der aktuelle Index von McKinsey zeigt, dass Deutschland in diesem Jahr noch weiter von der Erreichung der gesteckten Ziele zur Energiewende entfernt ist, als zur Veröffentlichung des ersten Energiewende-Index September 2012.

Einige Indikatoren sind auch bei größten Anstrengungen kaum noch erreichbar. Darunter fällt die Senkung der CO2-Emissionen um 40% im Vergleich zu 1990 und auch das Ziel den Primärenergie- und Stromverbrauch zu senken sowie der Ausbau der Windanlagen vor den Küsten.

Beim Ausbau der Offshore-Windkraft sieht es etwas besser aus, weil die Bundesregierung ihre Ziele diesbezüglich herabgesetzt hat. Dennoch ist eine rechtzeitige Netzanbindung der großen Offshore-Windparks zeitlich nicht mehr machbar.

Vor allem der Primärenergie- und Stromverbrauch fallen sehr negativ auf. Zwar sank der Stromverbrauch in den letzten Jahren, jedoch viel zu langsam. Kohle, Öl und Gas sind im Gesamtverbrauch auch sehr weit entfernt vom angestrebten Ziel der Bundesregierung.

Nicht nur negative Ergebnisse
Realistisch hingegen für die Zielerreichung 2020 ist der Solar-Photovoltaik-Ausbau. Auch wenn der Zubau von Solar-Anlagen in diesem Jahr deutlich zurückgeht, liegt die installierte Gesamtleistung in Deutschland immer noch um 36 % über den Zielvorgaben.

Weiterhin positiv gewertet ist die Versorgungssicherheit in Deutschland. Es existieren ausreichende Reserven im Bereich der Kraftwerke und es sind auch kaum erwähnenswerte Stromausfälle aufgetreten. Weiterhin liegen die Zahlen im Netzausbau im realistischen Bereich, allerdings nur weil die Regierung ihre Vorgaben zurückgenommen hat.

Des Weiteren positiv sind die Zahlen der Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien und in stromintensiven Branchen.

Verbraucher zahlen mehr
Deutlich verfehlt wurde das Ziel der Kostensenkung für Privat- und Industrieverbraucher. Das Versprechen einer konstanten EEG-Umlage, die von den Stromverbrauchern zu bezahlen ist, wurde von der Politik nicht gehalten. Angestrebt wurde eine EEG-Umlage von konstant 3,52 Cent pro Kilowattstunde. Diese hat sich aber mittlerweile fast verdoppelt auf 6,24 Cent pro Kilowattstunde.

Trotz all der Kritik werden die bisher erreichten Ziele der Bundesregierung durchaus anerkannt. Aber laut der Studie sollten die Ziele angepasst werden, sodass sie machbar und zeitlich umsetzbar sind, damit die Glaubwürdigkeit erhalten bleibt und zukünftige Investoren nicht abgeschreckt werden.

Eine Energiewende in Deutschland wird durch eine zögerliche Energiepolitik eher gehindert und erschwert die Umsetzung des Energieverbrauchs auf erneuerbare Energiequellen.

 

Bild: pixabay.com

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