Riesiges Wasserkraftwerk in Nepal geplant

In der Nähe des Himalayas steht ein neues Großprojekt an. Die Regierung von Nepal gibt grünes Licht für den Bau eines stark umstrittenen Wasserkraftwerks.

Privatunternehmen bekommt den Großauftrag
Gebaut werden soll das riesige Wasserkraftwerk von der indischen Firma GMR. Es kommt das erste Mal vor, dass ein Privatunternehmen einen Zuschlag für solch ein Projekt bekommt, so der stellvertretende Premierminister Bam Dev Gautam aus Nepal. Laut den Vertragsbedingungen bekommt Nepal 12 % der erzeugten Energie umsonst. Im Land selbst sind massive Stromausfälle, die halbe Tage lang andauern können, Gang und Gäbe.

GMR investiert über 1,2 Milliarden Euro in das Projekt und sei bisher die größte ausländische Direktinvestition dieser Branche in Nepal gewesen. Die 900-Megawatt-Anlage am Standort Upper Karnali soll in 5 Jahren fertig gebaut sein und spätestens 2020 ans Netz angeschlossen werden. Laut Gautam könnte das Kraftwerk ein Anfang für den weiteren Wasserkraft-Ausbau in Nepal darstellen. Geplant ist eine Leistung, die dem Pumpspeicherkraftwerk Goldisthal im Thüringer Wald entspricht, das eine Kapazität von 1.060 Megawatt Strom besitzt.

Umstrittenes Projekt
Mit dem Dammbau ist es notwendig erhebliche Eingriffe in der Natur vorzunehmen. Dies kann für das Entwicklungsland enorme Umsiedlungsmaßnahmen bedeuten, weil es aufgrund der Lage im Gebirge nur wenig Platz zur Verfügung hat. Außerdem wird von Kritikern angezweifelt, ob die durch Wasserkraft erzeugte Energie auch gut für die Bevölkerung ist und nicht von Nachbarstaaten, die nur am billigen Strom interessiert sind, ausgenutzt werden könnte.

Geografische Lage sehr vorteilhaft
Die geografischen Voraussetzungen im Himalaya erscheinen äußerst vorteilhaft zur Energieerzeugung per Wasserkraft. Nepal nimmt sich in dieser Hinsicht Länder wie Norwegen oder Österreich zum Vorbild, die ebenfalls viel Gebirge zur Verfügung haben und bereits über ausreichend Erfahrung in diesem Bereich verfügen.

Die Politik spielt auch eine Rolle
Die Nachbarländer Indien und China wollen beide Einfluss in Nepal erlangen. Der indische Premierminister Narendra Modi machte bei seinem letzten Besuch in Nepal einen positiven Eindruck. Für Indien stellt die Zusammenarbeit mit Nepal oberste Priorität dar. Als der Vertrag für das Wasserkraftwerk unterzeichnet wurde, war sogar Indiens Innenminister Rajnath Singh anwesend. Indiens Wunsch ist es, in Nepal und Bhutan weitere Dämme zu bauen, da das Land auch von dem dauerhaften Strommangel betroffen ist.

 

Bild: Pixabay.com

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