Greenpeace Aktivisten wegen AKW-Besetzung verurteilt

In Fessenheim, Nähe der deutsch-französischen Grenze, wurde für die Schließung des dortigen Atomkraftwerks (AKW) demonstriert. 55 Aktivisten von Greenpeace, darunter 21 Deutsche, wurden am Donnerstag, den 04.09.2014 vom französischen Gericht Colmar zu je einer zweimonatigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Die Aktion
Im März sind die Aktivisten vorübergehend in das Kraftwerk eingedrungen und stellten die Forderung, die Atom-Risiken für Europa zu beenden. Mit einem LKW fuhr die Gruppe bis zur Absperrung und kletterten mit Leitern über den Sicherheitszaun. Ein Teil der Aktivisten ist bis hoch auf die Betonkuppel eines Reaktors gestiegen und brachte dort die Aufschrift „Stop Risking Europe“ an.

Eddy Varin, einer der Atomgegner, fühlt sich dazu „verpflichtet“ die Bevölkerung über die Gefahren der AKWs aufzuklären. Die Angeklagten verteidigten sich damit, dass es eine legitime Aktion gewesen sei. Dem ist nicht ganz so, denn der Grund ihrer Strafe sei nicht die Sachbeschädigung auf dem Gelände des Kernkraftwerks gewesen, sondern Hausfriedensbruch. Im Gericht waren auch nur 3 von 55 Aktivisten anwesend: Neben Varin noch ein weiterer Franzose und der Deutsche Peter W. mit 73 Jahren. Zur Unterstützung der Angeklagten demonstrierten vor dem Prozess ebenfalls Anhänger.

Frankreichs Atomenergie
Das Land besitzt 19 Kernkraftstandorte mit insgesamt 58 Atomreaktoren. Das AKW Fessenheim läuft seit 1977 und ist das älteste Kernkraftwerk Frankreichs. Die Greenpeace-Anhänger fordern die sofortige Abschaltung, welche dann auch 2016 stattfinden soll. Die Besetzung verstärkte auch zunehmend die Zweifel der französischen Sicherheitsmaßnahmen für sensible Atomanlagen. Frankreichs Staatspräsident François Hollande hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 den Anteil der Atomenergie des Landes von 75 auf 50% herabzusetzen.

 

Bild: pixabay.com

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