Was ist Erdgas?

Erdgas ist ein natürlicher Rohstoff, ein brennbares Gas, welches in unterirdischen Lagerstätten vorkommt. Es tritt oft in der Nähe von Erdöl auf, da dessen Entstehungsprozess ähnlich abläuft.

Am Meeresboden beginnt die Erdgasproduktion

Wie entsteht Erdgas?
Sowohl Erdöl, als auch Erdgas entstehen, wenn Faulprozesse unter Luftabschluss, in Verbindung mit hohen Temperaturen und hohem Druck auftreten. Dieser Prozess dauert jedoch Millionen von Jahre, indem sich beispielsweise immer mehr  abgestorbene und abgesunkene Meereslebewesen auf dem Meeresboden sammeln, wo sauerstoffarme Bedingungen herrschen. Auf diese Weise bilden sich auf Dauer immer mehr Schichten und der Druck steigt weiter an, bis der Prozess beginnt. Auf Grund des langen Entstehungsprozesses wird Erdgas als eine fossile Energiequelle bezeichnet.

Woraus besteht Erdgas?
Grundsätzlich ist Erdgas unsichtbar, geruchlos und ungiftig, jedoch leicht entzündlich. Hier lauert auch das Gefahrenpotential des Gases, weshalb es aus Sicherheitsgründen mit Geruchsstoffen versetzt wird, der sogenannten Odierung.

Der Hauptbestandteil von Erdgas ist Methan. Der Methangehalt entscheidet über den Typ des Ergases. Es wird unterschieden zwischen:

  • High caloric Gas (H-Gas): Methangehalt zwischen 87 und 99 Vol. %
  • Low caloric Gas (L-Gas): Methangehalt zwischen 80 und 87 Vol. %

In Deutschland gibt es vor allem L-Gas, während H-Gas stärker in Russland und den Niederlanden vorkommt. Deshalb ist Russland auch ein wichtiger Partner, wenn es um die Gasversorgung geht, denn Deutschland importiert den Großteil seines Gases aus Russland.

Wozu brauchen wir Erdgas?

Gasherd

Erdgas ist eine fossile Energiequelle und dient zur Bereitstellung von Wärme und Strom. Teilweise wird es auch als Treibstoff für Kraftfahrzeuge verwendet. Die häufigste Nutzung des Erdgases ist jedoch die Beheizung von Wohn- und Arbeitsräumen, z.B. in der Gasheizung oder im Gasherd. In der Industrie wird es außerdem häufig als Wärmelieferant verwendet, z.B. in Großbäckereien oder Gießereien. Nicht zuletzt findet das Gas auch Anwendung in chemischen Prozessen, wo es als Reaktionspartner genutzt wird, wie z.B. bei der Ammoniaksynthese oder der Herstellung von Wasserstoff.

Wo gibt es Erdgas?
Auf der ganzen Welt gibt es Erdgas Lagerstätten unter der Erde. Diese werden in zwei verschiedene Typen unterteilt:

  • Konventionelle Lagerstätten
  • Unkonventionelle Lagerstätten

Konventionelle Lagerstätten sind die bisher am besten erschlossenen Vorkommen und befinden sich in porösem Gestein, da es zuvor im Porenraum der Gesteine nach oben gestiegen ist und lediglich durch das Deckgestein aufgehalten wird, durch welches das Gas nicht aufsteigen kann. Häufig tritt das Erdgas auch im oberen Teil von Erdöllagerstätten auf, da es eine geringere Dichte hat und sich deshalb oberhalb des Öls ansammelt.

Erdgas das in unkonventionellen Lagerstätten lagert wird auch als Schiefergas bezeichnet. Dieses Gas lagert sehr viel tiefer und kann nur mit erheblichem Aufwand gefördert werden wie z.B. durch sogenanntes Fracking. Eine Methode bei der das Gestein mit Hilfe von Wasser und Chemikalien, welche unter hohem Druck in die Bohrlöcher gepresst werden, aufgespalten wird.

Wie wird Erdgas gewonnen?
Erdgas wird durch spezielle Bohrungen in reinen Erdgasvorkommen gefördert oder aber als Nebenprodukt bei der Erdölförderung. Da das gas unter hohem Druck steht, steigt es sofort auf, sobald das Reservoir des Bohrschates geöffnet ist. Das Gas fließt so lange, bis der Gasdruck in der Lagerstätte abgesunken ist. Gefunden werden Erdöl und Erdgas Vorkommen vor allem durch Seismographen, aber auch durch geochemische Methoden oder eine Probobohrung.


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