Für wen lohnt ein Elektroauto?

Zugegeben: im Straßenbild haben Elektroautos nach wie vor Seltenheitswert. Doch geht es nach dem Willen der Bundesregierung, soll sich dies in den nächsten Jahren merklich ändern. Die leise summenden und umweltfreundlichen Stromer werden durch diverse finanzielle Unterstützung vom Staat gefördert. Doch für wen lohnt sich der Kauf eines Elektroautos wirklich?

Kaufprämie für Elektroautos

Seit dem 2. Juli 2016 dürfen Käufer, die sich für ein Elektro- oder Plug-In-Hybridfahrzeug entschieden haben, mit einer Prämie rechnen. Mit ganzen 4000 € Vergünstigung werden den Kunden die nahezu emissionsfreien Stromer schmackhaft gemacht, Plug-In-Hybridfahrzeuge immerhin mit 3000 €. Die Hälfte dieser Summe trägt der Hersteller, die andere Hälfte der Staat. Dafür können die umweltbewussten Elektrofahrer beim BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) einen Antrag stellen. Mit dieser Maßnahme möchte die Bundesregierung den Verkauf der neuen Autos mit Stecker ankurbeln, waren doch zu Jahresbeginn 2016 nur rund 25.000 Fahrzeuge dieser Art in Deutschland zugelassen. Trotz der E-Auto-Prämie für Neuwagen, die nur auf Fahrzeuge bis 60.000 € gewährt wird, liegen die Preise für die Stromer nach wie vor zumeist über denen ihrer konventionell angetriebenen Vergleichsmodelle. Teilweise findet man auch Elektroautos deutlich günstiger mit Tageszulassung oder als Gebrauchtwagen.

Steuerbefreiungen für grüne Elektro-Autos

Am 22. September 2016 beschloss der Deutsche Bundestag, die Steuererleichterungen für E-Autos einen weiteren Schritt vorwärts zu bringen. Sowohl für umgerüstete E-Autos, als auch für Neuwagen sollen sich die Besitzer von der Kfz-Steuer befreien lassen können. Diese Regelung kommt nun statt für 5 Jahre für 10 Jahre zum Tragen, sobald der Bundesrat zustimmt.

Risiko Reichweite

Die Bedenken vieler interessierter Autokäufer richten sich an die Reichweite der umweltfreundlichen Stromer. Denn bisher liegt diese je nach Modell und Hersteller bei maximal 200 km. Fahrzeuge mit längeren Laufzeiten sollen in nicht allzu ferner Zukunft auf den Markt kommen. Bis dahin lohnen sich reine Elektrofahrzeuge, die nicht wie Hybridfahrzeuge bei Bedarf auf einen Zusatztank zurückgreifen können, vor allem in der Stadt und in Ballungsgebieten. Hier werden die Stromer insbesondere für Berufspendler interessant, die täglich nicht mehr als 40 km bis 50 km Strecke zurücklegen und eine Ladestation in der Nähe haben. Letztere möchte die Bundesregierung im Rahmen ihres Maßnahmenpaketes zur Förderung der Elektromobilität ausbauen. 15.000 dieser neuen Strom-Ladestellen sollen entstehen, um die Unabhängigkeit der Fahrzeugnutzer und damit die Attraktivität der Öko-Autos zu verbessern. Abgesehen davon versuchen Gemeinden mit Vergünstigungen für Elektro-Fahrzeuge, Kaufanreize zu schaffen. Hierfür seien kostenlose Parkplätze, das Fahren auf Busspuren oder eine Ausnahmeregelung von Fahrverboten bei Smog zu nennen.

Fazit: Das Nischendasein der E-Autos wird sich auf lange Sicht verändern. Bis dahin lohnt sich die Anschaffung der umweltfreundlichen Stromer vor allem für Pendler, die vorrangig Kurzstrecken fahren und in Ballungsgebieten mit ausreichend Ladestationen wohnen. Denn die Reichweite der Elektro-Wagen ist nach wie vor modellabhängig auf maximal 200 km begrenzt. Der Umweltbonus für E-Autos kann beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragt werden.

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