Stromversorgung per Franchise? So funktioniert es in der Energiebranche

Mit Franchise verbinden die meisten Menschen eher Fast Food- und Fitness-Studio-Ketten als Energieversorger. Doch mittlerweile hat das Franchise-System auch die Energiebranche erreicht und bietet vor allem mittelständischen Unternehmern interessante neue Perspektiven.

Gemeint ist hier natürlich nicht der Alleingang als Stromversorger in der Region über die großen Strom- und Gasleistungen. In der Energiebranche konzentrieren sich Franchise-Unternehmen eher auf erneuerbare Energien, die sich individuell in jedem Haushalt installieren lassen.

Unabhängige Stromversorgung mit Solarenergie

Besonders interessant für potenzielle Franchisenehmer ist die Photovoltaik. Obwohl die Einspeisevergütung in den letzten Jahren gesunken ist, profitieren Eigentümer einer Photovoltaik noch immer von der kostenlosen Energie der Sonnenstrahlen und der Unabhängigkeit von großen Energiekonzernen. Da die Heizkosten nach einigen ruhigen Jahren aktuell wieder stark anziehen dürfte auch die Nachfrage nach Alternativen zu den hohen Preisen der örtlichen Versorger wieder steigen. Heizungsbauer, die sich in den letzten Jahren auf Photovoltaik spezialisiert haben, können sich ebenso um eine Franchise bewerben, wie Seiteneinsteiger aus verwandten Branchen, die in nachhaltiger Energieversorgung ihre Zukunft sehen.

Wie funktioniert eine Energie-Franchise?

Im Grundsatz funktioniert die Franchise hier genau wie bei bekannteren Systemen von McDonalds bis Regus: Interessierte Fachleute zahlen für die Franchise-Lizenz und erhalten im Gegenzug das gesamte Expertenwissen der Kette. Dazu gehören natürlich auch Schulungen im Bereich Photovoltaik und Solarstromspeicher. Zu den Vorteilen einer Franchise gehören u.a. die von der Zentrale gesteuerten Einkäufe und Marketingaktionen, um die sich der einzelne Anbieter nicht mehr kümmern muss. Da das Energie-Franchising derzeit noch in den Kinderschuhen steckt, sind die entsprechenden Marken noch nicht deutschlandweit bekannt, doch in naher Zukunft profitieren alle Franchise-Nehmer von der Bekanntheit der Marke. Berichtet der in München lebende Bruder von seiner Zufriedenheit mit der Marke, wird sich der Verbraucher freuen, die gleiche Marke in Hamburg oder Berlin vorzufinden. Nachteile gibt es natürlich auch: So muss der Franchise-Nehmer enge Vorgaben einhalten und dauerhaft eine laufende Franchise-Gebühr zahlen – auch wenn das Geschäft einmal schlecht laufen.

Franchise-Systeme als Energielieferanten der Zukunft?

Je stärker die Energiepreise steigen und je mehr die Politik die vollständige Abkehr von fossilen Energieträgern wie Öl und Gas bis 2050 forcieren will, umso mehr wird das Interesse an der unabhängigen nachhaltigen Energieversorgung steigen. Anbieter von individuell im Haushalt installierbaren Photovoltaik-Anlagen, Wärmepumpen und Pelletheizungen dürfen sich also auf eine entsprechend steigende Nachfrage freuen. Dies betrifft Franchise-Systeme ebenso wie unabhängige Mittelständler und Kleinunternehmer im ganzen Land. Da bleibt es jedem selbst überlassen, ob er die komplette Unabhängigkeit vorzieht oder die Sicherheit der Franchise im Rücken, die ihn mit ihrer Expertise und ihrem bekannten Namen stützt.

Bild: ©istock.com/querbeet

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