Umweltverband Nabu gegen Offshore Windkraft in der Ostsee

Die Kritik an den Windkraft-Ausbauplänen in Mecklenburg-Vorpommern wächst. Nabu ist der erste Umweltverband, der sich gegen küstennahe Offshore-Windkraftanlagen äußert. Sie kritisieren die Planung des Landes, die ihrer Meinung nach an den EEG-Zielen vorbeiführen.

Verfehlt MV die Energie-Ziele?
Nabu stuft den Ausbau der Offshore-Windkraft in der Ostsee als ungezügelt ein und will nun davor warnen. Besonders stark kritisiert wird der Bau von Anlagen in küstennahen Gewässern. Man plane in Mecklenburg-Vorpommern an den Zielen des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes vorbei, so der Leiter für Meeresschutz des Nabu Kim Detloff. Weiterhin wird bemängelt, dass das Land einen nicht durchdachten Alleingang hinsichtlich Energiepolitik und Naturschutz verfolgt und damit bundespolitische Ausbauziele verfehlt. Grundsätzlich begrüßt der Nabu den Ausbau erneuerbarer Energien, doch in diesem Fall wird von einem „energiepolitischen Wildwuchs“ gesprochen. Der Auffassung des Umweltverbands nach, sind die EEG-Vorgaben auch ohne küstennahe Anlagen zu erreichen. Diese sehen nämlich vor, 6,5 Gigawatt Offshore-Strom bis 2020 und 15 Gigawatt bis 2030 zu erreichen.

Zu viele Projekte in Planung
Der Bau weiterer küstennaher Anlagen mache nur Sinn, wenn man die kritischen Standorte hinaus nimmt wie beispielsweise die Projekte der Ausschließlichen Wirtschaftszonen (AWZ) in Nord- und Ostsee. Zudem müssen für den Zubau naturschutzfachlich geeignete Küstenräume vorhanden sein. Außerdem erleidet die Ostsee im Vergleich zur Nordsee sehr hohe Belastung durch den Schiffsverkehr, da sie kleiner und ökologisch sensibler ist. Selbst die Tourismusbranche und Bürgerinitiativen üben Kritik an den unkontrollierten Windkraft-Ausbau aus, da es jetzt laut dem Landesraumentwicklungsprogramm erlaubt ist, dass bis zu sechs Kilometer vor der Küste Offshore-Windparks entstehen dürfen. Geplante Onshore-Anlagen seien nach Auffassung des Nabu ebenso „überdimensioniert“ und nicht zielführend.

Küstennaher Anbau gefährdet die Natur
Küstennahe Anlagen könnten nach der Ansicht des Nabu vor allem für den Vogelzug problematisch werden, denn Vögel orientierten sich an Küstenlinien. Es gibt durchaus zahlreiche Arten, die an den Küstengebieten rasten, so Detloff. Laut dem Meerschutz-Experten wird durch große Windkraftanlagen der Nord-Süd- und Ost-Westzug der Vögel behindert. Man könne die Risiken von beispielsweise Änderungen der Vogelzuglinien oder massenhaften Kollisionen bislang nicht absehen. Außerdem werden durch den Baulärm nahegelegene Flora-Fauna-Habitat-Gebiete gestört. Meeressäuger und Fische reagieren empfindlich auf diese Art Lärm. Die Tourismuswirtschaft könnte zudem Einbußen befürchten, wenn mehr Anlagen im Küstenbereich gebaut werden und das Landschaftsbild wird dadurch eher negativ verändert.

 

Bild: pixabay.com

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