Selbstversorgung auch für Mehrfamilienhäuser?

Bisher gibt es einige Beispiele für Einfamilienhäuser oder auch Schulen, die sich durch ihre energieeffiziente Bauweise nahezu energetisch selbstversorgen. Mehrfamilienhäuser hingegen konnten dies bisher nicht leisten. Grund dafür ist vor allen das Verhältnis von Außenfläche zu Nutzfläche. Durch die mehreren Stockwerke fehlt es an nötiger Fläche, um genügend Solaranlagen anzubringen. Ein Berliner Projekt will es dennoch versuchen.

Fotovoltaik zweifach nutzen

In Berlin-Lankwitz soll zunächst ein 60 Jahre altes Haus umgebaut werden. Dafür werden das Dach und auch die Frontseite flächendeckend mit Solaranlagen bedeckt, die das Sonnenlicht sowohl in Strom, als auch in Wärme umwandeln. Das hat den Vorteil, dass zwei Technologien miteinander kombiniert werden, die normalerweise nur einzeln für sich eingesetzt werden. Auf diese Weise kann auch die mangelnde Außenfläche ausgeglichen werden. Vor dem Haus befinden sich außerdem zwei Wärmespeicher, die überschüssige Wärme speichern. Natürlich soll außerdem der Wärmebedarf möglichst niedrig gehalten werden, was durch eine hochwertige Dämmung des Hauses erreicht werden soll. Auch die Balkone werden abgebaut und durch vorgesetzte Balkone ersetzt. Des Weiteren wird die Lüftung über eine Wärmerückgewinnung in jeder einzelnen Wohnung ermöglicht, um Wärmeverluste einzugrenzen.

Hoher Preis für hohen Nutzen

Der Umbau kostet das Wohnungsunternehmen eine Investition von 4,8 Millionen Euro und soll den Wärmebedarf um 86% verringern. Das hat auch Vorteile für den Mieter. Das Unternehmen veranschlagt, dass der Preis für die Nebenkosten von heute 1,05€ pro Quadratmeter aus 0,29 Euro sinken würde. Ist das Projekt erfolgreich, so könnte dies die Zukunft der Mehrfamilienhäuser deutlich verändern.

 

Bild: pixabay.com

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