Kenia: Geothermie ist auf dem Vormarsch

Der Strombedarf in Kenia steigt rapide an, weil immer mehr Menschen Zugang zum Stromnetz erhalten. Daraus resultiert ein Bedarf, der auf Dauer nicht gedeckt werden kann. Alternative Energiequellen sind daher gefragt.

Energie aus Dampf gewinnen

Das Problem soll Strom aus Erdwärme lösen. Laut Plan soll die Hälfte des Strombedarfs bereits in fünf Jahren durch Geothermie-Kraftwerke abgedeckt werden. Dazu laufen aktuell bereits vergrößerungsarbeiten an Kenias größer Geothermie-Anlage „Olkaria“, das mitten im Nationalpark liegt und Rücksicht auf seine Umwelt und den Klimaschutz nimmt. Die Energie stammt aus Hitze im Erdmantel, welche Wasser erhitzt, das daraufhin unter Druck steht. Mit dem Kraftwerk werden Bohrungen vorgenommen, durch die ein Gemisch aus Wasser und Dampf an die Oberfläche gelangt. Aus dem Dampf wird Energie gewonnen und das kondensierte, abgekühlte Wasser wieder zurück in den Boden gepumpt. Auf diese Weise entsteht ein dauerhafter Kreislauf.

Anlage birgt auch Risiken

Einzige Nachteile sind die Ablagerung von Schwefel und Kielsäure in den Dampfrohren, die regelmäßig mit Chemikalien beseitigt werden müssen. Außerdem liegen die besten Standorte für die Geothermie-Gewinnung in Gegenden weit ab von bevölkerten Städten, was die Kosten für den Anschluss ans Stromnetz stark in die Höhe treibt und auch die Suche nach Personal erschwert. Der Job ist nämlich nicht ganz ungefährlich: neben dem Gestank nach Schwefelwasserstoff ist das Gas außerdem äußert giftig. An den Bohrungen hat es deshalb auch bereits Todesfälle gegeben. Nicht zuletzt sind die Bohrungen sehr teuer.
Dennoch ist die Geothermie mit einer Verfügbarkeit von durchschnittlich 90 Prozent eine sichere Quelle für Kenias Stromversorgung.

 

Bild: pixabay.com

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