Innovatives Wohnen: Das Zukunftshaus B10

Energiehäuser sind heutzutage nichts Neues in Zeiten des Baus von Passivhäusern oder Null-Energie-Häusern. Beim Haus B10 handelt es sich um ein Fertighaus, das mit einem modernen und nachhaltigen Wohnkonzept einen Beitrag zur Energiewende leisten will und zukünftig weniger Energie als in anderen Häusern verbraucht.

B10 steht für Bruckmannweg 10, in der sich die berühmte Weißenhofsiedlung Stuttgarts befindet. In der Architekturgeschichte sind dort schon 1927 moderne Gebäude entstanden wie zum Beispiel unter der Leitung von Ludwig Mies van der Rohe. Seit 1945 war das Grundstück im Bruckmannweg unbewohnt. Darauf wurde jetzt das von Bauingenieur und Architekt Werner Sobek kreierte Aktivhaus gebaut.

Mehr als nur Wohnen
Aus nachhaltigen Quellen wird anhand eines durchdachten Energiekonzepts das Doppelte des Eigenbedarfs an Energie produziert. Auf dem Dach befindet sich eine wassergekühlte, hybride Solaranlage und dient als Energiequelle. Das Fertighaus an sich produziert genügend Energie, um ein Elektroauto zu versorgen und sogar einen Teil an die Nachbarschaft weiterzugeben, wie es in der Siedlung derzeit beim anliegenden Weißenhofmuseum geschieht.

Mobile Steuerung per App
Im Haus wurde eine „Smart Home“ Technologie der alphaEOS AG integriert für das Home- und Energiemanagement. Mit der extra für das Projekt entwickelten Smartphone-App werden sämtliche Funktionen gesteuert, natürlich angepasst an die persönlichen Bedürfnisse der Bewohner. Sei es das Öffnen der Türen oder des Schiebetors, die Licht-Einstellungen oder die Umstrukturierung der Terrasse als Sichtschutz. Auf dem Handy oder Tablet ist dann auch die Energiebilanz und -nutzung einzusehen. Durch das im Hintergrund laufende Energiemanagement im Haus wird der Alltag der Bewohner komfortabler und per App mobiler gemacht.

Tiefe Einblicke?
Das Zukunftshaus ist mit seinen Glaswänden auf dem ersten Blick gewöhnungsbedürftig. Die Bewohner müssen hier ein Stück Privatsphäre einbüßen, weil die Front des Hauses hauptsächlich aus Glas besteht. Das sollte aber kein großes Problem darstellen, weil man einzelne Wände des B10 individuell anordnen kann durch ein verbautes Schienensystem. Der schon erwähnte Sichtschutz durch die Terrasse ist ebenfalls dafür geeignet.

B10 als Forschungsprojekt
Das Projekt „Aktivhaus B10“ mit einer Grundfläche von 80 Quadratmetern soll 2015 tatsächlich genutzt werden. Für das erste Nutzungsjahr fungiert das B10 als Büro, danach als Wohnimmobilie. Drei Jahre soll das Projekt in Anspruch nehmen. In dieser Zeit werden alle Daten der erzeugten sowie verbrauchten Energie sowie weitere relevante Daten kontinuierlich gemessen und wissenschaftlich ausgewertet. Nach Ablauf der Zeit wird das B10 wieder abgebaut ohne jegliche Rückstände zu hinterlassen, da sich alle verwendeten Materialien wiederverwerten lassen. Finanziert wird das Projekt vom Unternehmen E-Lab als Bauherr. Weitere Beteiligte sind neben der alphaEOS AG die Unternehmen Daimler, Schwörer-Haus und Werner Sobek Design. Jetzt bleibt es abzuwarten, wie das B10 ankommt.

 

Bild: pixabay.com

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