Gewinneinbruch bei Siemens zum Jahresanfang

Das neue Geschäftsjahr fängt für Siemens nicht gerade gut an. Die Bereiche Energie und Gas bereiten die größten Probleme und Einbußen. Nach Aussagen des Vorstandschefs Joe Kaeser bei der Hauptversammlung in München ist der umsatzstärkste Bereich zusätzlich auch der Sektor mit dem meisten Bedarf an Handlungen. Große Belastungen gibt es vor allem beim Preis und der Tatsache, dass der Trend zur dezentralen Energieversorgung anscheinend verpasst wurde.

Die Schwankungen auf dem Ölmarkt
Aktionäre kritisieren den viel zu teuren Zukauf des amerikanischen Öl- und Gasspezialisten Dresser-Rand in Höhe von 7,6 Milliarden Dollar, welcher zu einer der größten Investitionen in der frühen Siemens Geschichte zählte. Dresser-Rand steht jedoch unter enormen Druck, da sich der Ölpreis seit dem Kauf durch Siemens halbiert hat und Ölförderfirmen Kürzungen ihrer Investitionen vornehmen. Doch Kaeser verteidigt den Zukauf und begründet ihn damit, dass dieser sich langfristig rechne, weil es immer mal wieder Ölpreiseinbrüche am Markt gegeben habe, die ihr früheres hohes Niveau wieder erreicht haben. Der Vorstandschef räumte jedoch ein, dass sich Projekte verzögern durch den Ölpreiseinbruch. Positiv sei aber, dass die Chemie- und Automobil-Industrien mehr Investitionsmöglichkeiten haben.

Konkrete Zahlen
Im ersten Quartal 2015 brach der Nettogewinn bei Siemens um 25 Prozent bei etwa 1,1 Milliarden Euro ein. Der Umsatz stieg auf 17,4 Milliarden Euro und nahm damit um 5 Prozent zu. Die Eingänge der Aufträge fielen um elf Prozent auf 18 Milliarden Euro. Der Rückgang beim Ertrag kam mitunter deutlich aus den umsatzstärksten Branchen Gas und Energie und brachte einen Gewinneinbruch von knapp 40 Prozent. Zudem verstärkten dies noch Finanzierungs- und Sicherungsgeschäfte mit aktuell geringem Zinsniveau.

Jahresprognose trotzdem positiv
Für die Jahresprognose rechnet man bei Siemens trotzdem mit einem Ertragsanstieg um mindestens 15 Prozent durch die Sondergewinne aus bestimmten Verkäufen. Schon der Verkauf des Haushaltsgerätesektors an Bosch und der Verkauf des Hörgerätegeschäftes bringen einen Vorsteuergewinn in Höhe von drei Milliarden Euro.

Veränderungen des Personals
Im Vorfeld der Hauptversammlung hat Siemens beschlossen, dass Chef der Division Gas und Energie, Roland Fischer, auf eigenen Wunsch kurzfristig ausscheidet. Seit 2011 stand Fischer an der Spitze des Gas- und Energiegeschäfts und machte rund 12,7 Milliarden Euro Umsatz. Für den Übergang kommt die seit August 2014 amtierende Amerikanerin Lisa Davis als Vorstand in der Energiesparte für die operative Geschäftsführung infrage. Auch im Bereich Medizintechnik und beim Konzernvorstand selbst folgten Neubesetzungen.

 

Bild: pixabay.com

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