Gazprom fördert 2014 so wenig Erdgas wie noch nie

Ende dieses Jahres fördert der russische Energiekonzern Gazprom so wenig Erdgas wie noch nie in der Unternehmensgeschichte. Man rechnet mit einem Volumen von 444,4 Milliarden Kubikmeter für dieses Jahr, wogegen im vergangenen Jahr das Volumen eine Höhe von 487,4 Milliarden Kubikmetern Erdgas besaß, so der Firmensprecher Sergej Kuprijanow.

Woran liegt es?
Schuld an der geringer ausfallenden Erdgasförderung ist der monatelange Streit hinsichtlich einer Preiseinigung und der politischen Krise mit der Ukraine. Aber das ist nicht die einzige Ursache. Vom Westen her kam es zu zahlreichen Sanktionen und auch der Baustopp der South-Stream-Pipeline war für die Einbrüche verantwortlich. Laut der EU-Kommission ist es unzulässig, dass der Lieferant für Erdgas auch gleichzeitig die Kontrolle über den Zugang zu den Pipelines besitzt.

Europa weniger abhängig von Russland
Die Exporte von Gazprom in die Ukraine wurden im Juni ausgesetzt, obwohl das Land der zweitgrößte Markt für das Unternehmen ist, nach Deutschland. Die EU bemüht sich derzeit, die Abhängigkeit von Energie aus Russland zu verringern. Aktuell liefert Gazprom ein Drittel des in der EU benötigten Gases. 2014 werden Exporte in die EU und die Türkei insgesamt um 9 Prozent sinken. Doch laut Firmensprecher Kuprijanow sei im nächsten Jahr nicht entscheidend wie viel Gazprom fördert, sondern wie viel es verkauft.

Probleme im Inland
Auf dem Binnenmarkt sieht es für Gazprom aber auch nicht besser aus: Konkurrierende Anbieter wie Novatek, Lukoil und Rosneft erweisen sich bei Preis- und Vertragskonditionen als viel flexibler und konnten ordentlich an Boden gewinnen. Einschätzungen der Sberbank CIB zufolge, konnten diese Wettbewerber ihren Marktanteil dieses Jahr beinahe verdoppeln, um bis zu 35 Prozent.

 

Bild: pixabay.com

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